Pizza im Lockdown: von Hobby-Pizzabäckern und Start-ups

Während des Lockdowns haben viele Menschen in Deutschland das Pizzabacken als Hobby für sich entdeckt. Für manche wurde aus der Passion eine Berufung - und am Ende sogar ein Start-up. Salamico hat sich angeschaut, wie sich die Corona-Pandemie auf die Zubereitung von Pizza und deren Konsum ausgewirkt hat.

Nichts konnte den Deutschen im Lockdown den Hunger auf Pizza verderben, obwohl die meisten Pizzerien geschlossen bleiben mussten. Denn das Gericht, das nach wie vor am häufigsten per Lieferdienst in den eigenen vier Wände auf den Teller kam, war auch in Corona-Zeiten die Pizza. Doch nicht alle haben bei Lieferdiensten bestellt. Viele haben selbst den Ofen aufgeheizt und fleißig eigene Pizzen gebacken.

Wirft man in Google Trends einen Blick auf die Suchbegriffe „Pizzateig“ oder auch „Pizzamehl“, wird deutlich, dass pünktlich zum Lockdown die Suchanfragen in die Höhe geschnellt sind. Die Leute suchten also verstärkt danach, wie man den besten Teig auch ganz einfach zu Hause zubereiten kann.

Suchanfragen "Pizzateig" auf Google Trends

Suchanfragen "Pizzateig" auf Google Trends

 

Das merkt auch die Frießinger Mühle im baden-württembergischen Bad Wimpfen: „Die Nachfrage nach unseren Pizzamehlen hat sich erhöht“, berichtet eine Sprecherin des Unternehmens gegenüber Salamico. „Das Pizzabacken wurde durch oder auch während des Lockdowns noch populärer.“

Viele Deutsche haben also während der Pandemie ihre Leidenschaft für handgemachte Pizzen entdeckt: Pizza Napoletana, römische Pizza oder einfache Focaccia wanderten aus dem heimischen Ofen auf den Teller. Wie diese Pizzen aussehen, kann man in Facebook-Gruppen wie „Wir leben Pizza“, „La Vera Pizza Napoletana“ oder „Pizza für alle“ sehen. Hier gibt’s Tipps für den richtigen Umgang mit Mehl und Hefe, Gärzeiten, Biga und alles andere, was ein Pizzabäcker wissen muss.

Hobby-Pizzabäcker werden immer professioneller

Wie sehr das Interesse der Deutschen an selbst zubereiteter Pizza gewachsen ist, lässt sich ebenfalls an diesen Communitys ablesen. Die Anzahl der Nutzer:innen der Gruppe Pizza für alle ist gewachsen wie ein guter Hefeteig. Waren es vor der Pandemie noch mehrere Hundert Mitglieder, die sich hier über die italienische Köstlichkeit austauschten, sind es mittlerweile knapp 20.000 Menschen, die sich für die beste Art der Pizza-Zubereitung interessieren. Dass Corona hierbei eine Rolle spielt, vermutet auch Rene Müller, einer der Administratoren der Facebook-Gruppe: „Pizza für alle hatte zwar bereits vor Corona stetigen Zuwachs, aber wir sind uns sehr sicher, dass die Pandemie einen ordentlichen Schub gegeben hat!“

Aber hat sich mit der Quantität der Hobby-Pizzabäcker auch die Qualität der Pizzen geändert, die in der Gruppe geteilt werden? Laut Müller war die Qualität bereits vor der Pandemie beachtlich, doch je mehr Mitglieder sich austauschen, desto mehr Pizzen auf Profi-Niveau gibt es zu bestaunen. „Wo vorher in einer eher kleinen Gruppe mit 1.000 Leuten etwa fünf Personen auf einem höheren Niveau waren, sind es heute bei 16.000 Leuten vielleicht 100 Leute“, erklärt Müller.

Dass gerade die anspruchsvollen Nutzer:innen verstärkt posten und viel Wissen teilen, sorgt dafür, dass andere Pizza-Begeisterte von ihnen profitieren. Wer dann noch im Lockdown viel freie Zeit hatte und den Zusammenhang von Pizzamehl, Hydration und Gärzeiten verstehen wollte, bekam jede Menge Inspiration und Know-How für den perfekten Pizzateig geliefert. „Die Lernkurve vieler Leute war durch Homeoffice und Freizeit sehr steil in kurzer Zeit“, hat Müller beobachtet.

Bei einigen ist das Pizzabacken nicht nur ein Hobby geblieben. Der Lockdown hat dazu geführt, dass einige Pizzaioli den Schritt ins Business gewagt haben. „Da konnte man doch eine große Bewegung sehen“, bestätigt Müller. Denn je mehr Menschen sich für das Thema interessieren, desto mehr Möglichkeiten für Gründer:innen gibt es natürlich auch.

Vom Hobby zum Beruf: der Schritt ins Pizza-Business

Der Bedarf an hochwertigen Lebensmitteln und Zubehör für die perfekte Pizza Napoletana stieg in der Corona-Zeit massiv an. Ein großer Profiteur des Trends Pizzabacken ist die Firma Ooni aus England. Die Firmengründer, das Ehepaar Darina Garland und Kristian Tapaninaho, bieten Pizza-Öfen für zu Hause an. Das Unternehmen hat während dem ersten Jahr der Pandemie 2020 den Umsatz von 13 Millionen auf 55 Millionen britische Pfund steigern können.

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Doch auch hierzulande gibt es Erfolgsgeschichten. Salamico stellt mutige Unternehmer:innen aus Deutschland vor, die während der Pandemie den Schritt in die Selbständigkeit gewagt haben oder in dieser Zeit endlich richtig durchgestartet sind.

Sei es ein Händlershop mit besten italienischen Lebensmitteln wie La Bottega dei Gusti, qualitativ hochwerte und direkt aus Italien exportierte Pizza-Öfen von La Fiamma oder innovatives Pizza-Zubehör von Stoovis: Viele Gründer:innen zeigten großen Ideenreichtum und die notwendige Leidenschaft für ihr Pizza-Business und gingen in unsicheren Zeiten voll aufs Risiko.

Doch was treibt diese Firmengründer:innen an? Wie kamen sie überhaupt dazu, sich selbständig zu machen? Salamico wollte es wissen und hat mit Andreas Grope von Stoovis, Domenico Rao von La Fiamma und mit Andrea von La Bottega dei Gusti gesprochen, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie haben ihre Leidenschaft für Pizza zum Beruf gemacht.

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